{"id":4925,"date":"2023-03-01T14:30:29","date_gmt":"2023-03-01T13:30:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/?p=4925"},"modified":"2023-12-19T14:32:24","modified_gmt":"2023-12-19T13:32:24","slug":"entwerfen-staycation-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/en\/entwerfen-staycation-2\/","title":{"rendered":"design studio \/\/ STAYCATION #2"},"content":{"rendered":"253.J86 Entwerfen \/\/ 10.0 ECTS \/\/ SS 2023<br \/>\nBetreuung: Silke Fischer<\/p>\n<p>Im Sommer 1982 fahren Carol Dunlop und Julio Cortazar mit \u201eFafnir\u201c, ihrem VW Bus, von Paris nach Marseille. Die Strecke auf der Autoroute du Soleil ist gemeinhin in 6 Stunden zu bew\u00e4ltigen. Dunlop und Cortazar brauchen 4 Wochen. Jeder Rastplatz wird besucht, erkundet, erforscht, keiner wird ausgelassen. Mindestaufenthaltsdauer: eine Mahlzeit. Auf jedem zweiten Rastplatz wird \u00fcbernachtet. Die Transitstrecke, im Grunde nur Nebenprodukt der Befriedigung einer anderen Sehnsucht (dem Meer), wird hier zum Ort des M\u00f6glichen selbst erkl\u00e4rt. Die Zone der Unachtsamkeit wird auf Reserven und Unentdecktes gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Dunlop und Cortazar sind Expeditionsteilnehmer:innen \u2013 Argonauten auf der Kosmobahn. Es ist wohl eine der sch\u00f6nsten Anregungen der Literaturgeschichte zum Perspektivenwechsel. (Dunlop, Cortazar. Die Argonauten auf der Kosmobahn. Suhrkamp. Berlin 2014)<\/p>\n<p>Was den Argonauten die Kosmobahn ist uns die Stadt Wien und was ihnen der Fafnir ist uns die Architektur.<\/p>\n<p>STAYCATION #2<\/p>\n<p>folgt auf STAYCATION und STAYCATION 1:1 (daily pleasure infrastructure \u2013 kanalWAL, Donaukanal)<\/p>\n<p>STAYCATION #2 \u2013 als englische \u00dcbersetzung von \u201eUrlaub zu Hause\u201c oder als Ableitung von Vacation \u2013 hat aber im Kern den Anspruch, dass das gute Leben f\u00fcr Alle m\u00f6glich sein muss. STAYCATION ist keine Sparidee und kokettiert nicht mit Bescheidenheit, stellt daf\u00fcr offen die Frage nach einem m\u00f6glichen Mehr.<\/p>\n<p>STAYCATION #2 versteht sich mindestens als \u00f6kologischer Begriff (als Alternative zum herrschenden Tourismuskonzept) und ist dar\u00fcber hinaus aber generell politisch \u2013 gesellschaftlich motiviert: Er stellt das (noch immer) g\u00fcltige Zeit &#8211; Konzept unserer Arbeits-Gesellschaft zur Diskussion: denn solange Urlaub nur die Wiederherstellung von Arbeitskraft meint, ist das Projekt des besseren Lebens noch nicht gelungen.<\/p>\n<p>STAYCATION will Potentiale im \u00f6ffentlichen Raum finden und benennen, um dann Zug\u00e4nglichkeit zu schaffen und sucht Orte, die ein Problem haben, aber vielleicht eine Qualit\u00e4t erahnen lassen.<\/p>\n<p><em>Asphaltw\u00fcsten \u2013 problematische Inseln &#8211; Extremlagen oder einfach nur Gelegenheiten<\/em><\/p>\n<p>Die Orte werden von den Teilnehmer:innen vorgeschlagen und in der Gruppe diskutiert und ggf auch gemeinsam kuratiert. Es gibt au\u00dfer der Konstellation \u201eProblem \u2013 Qualit\u00e4t\u201c keine Vorgaben: die zuk\u00fcnftigen Entw\u00fcrfe k\u00f6nnen freistehen oder parasit\u00e4r schmarotzen, sich anlehnen oder draufsetzen.<\/p>\n<p>Zur Umsetzung von STAYCATION ist klarerweise das Mittel der Wahl die Architektur:<\/p>\n<p>daily pleasure infrastructures sind Nahversorger, die den Urlaub zu Hause f\u00f6rdern. Sie sind konkret \u2013 utopische, sozial motivierte Raumstrukturen mit \u00f6ffentlichem Programm.<\/p>\n<p>Sie sind mehr als ein M\u00f6bel aber nicht zwangsl\u00e4ufig ein Haus. Sie sind offen und f\u00fcr Alle zug\u00e4nglich. Die Basisausstattung des Nahversorgers sp\u00fcrt unseren Grundbed\u00fcrfnissen nach: sich abk\u00fchlen oder aufw\u00e4rmen, Essen, in Gemeinschaft sein, Aussicht haben. Sie sind nicht monofunktional und idealerweise zumindest in Teilen ganzj\u00e4hrig zu nutzen. Ihr Ma\u00dfstab richtet sich nach dem Ort. daily pleasure infrastructures haben eine r\u00e4umliche Qualit\u00e4t und idealerweise auch etwas Witz.<\/p>\n<p>daily pleasure infrastructures d\u00fcrfen \u00fcberraschen und auffallen, denn sie sind Boten einer besseren Zukunft.<\/p>\n<p>Das zeigt sich in Material und Konstruktion sowie in ihrem Verh\u00e4ltnis zu den Elementen Licht, Luft und Wasser. In dem Sinn leisten sie auch einen intelligenten Beitrag was ihre Versorgung anbetrifft. Je nach Wahl des Ortes werden sich unterschiedliche Fragen stellen und M\u00f6glichkeiten ergeben: Vom solaren Kleinkraftwerk bis zur low tech Wasseraufbereitungsanlage ist alles denkbar.<\/p>\n<p>daily pleasure infrastructures unterliegen der hochbautechnischen Bearbeitung und sch\u00e4tzen das gute Detail.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/253J86-STAYCATION-2-Instagram.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4898 alignleft\" src=\"https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/253J86-STAYCATION-2-Instagram-640x640.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/253J86-STAYCATION-2-Instagram-640x640.jpg 640w, https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/253J86-STAYCATION-2-Instagram-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/253J86-STAYCATION-2-Instagram-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/253J86-STAYCATION-2-Instagram-2048x2048.jpg 2048w, https:\/\/www.hb2.tuwien.ac.at\/wp-content\/uploads\/253J86-STAYCATION-2-Instagram-1064x1064.jpg 1064w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>253.J86 Entwerfen \/\/ 10.0 ECTS \/\/ SS 2023 Betreuung: Silke Fischer Im Sommer 1982 fahren Carol Dunlop und Julio Cortazar mit \u201eFafnir\u201c, ihrem VW Bus, von Paris nach Marseille. 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