LVA 253.079 MA Entwerfen S26 15.0 ECTS
Betreuung:
Gastprofessorin Graça Correia,
Klausberger Ines
Dieses Studio versteht Architektur als einen in Kontinuität verwurzelten Transformationsprozess – nicht als Stagnation, sondern als Metamorphose: die Neuinterpretation von Tradition als Antwort auf zeitgenössische Herausforderungen.
Anhand der Casa Burguesa do Porto untersuchen wir das traditionelle Wohnsystem Portos – eine intelligente Synthese aus Konstruktionslogik, räumlicher Organisation, Typologie und lokal verfügbaren Materialien, geprägt von geologischen, landschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen und bereichert durch den Austausch über den Fluss.
Im Gebäude an der Rua do Teatro interpretiert Souto Moura dieses System neu und zeigt, wie Innovation aus der Tradition hervorgehen kann, während zugleich ökologische und umweltbezogene Herausforderungen mit wirksamen Lösungen adressiert werden.
Heute steht Portugal vor einer Wohnkrise, die mit der Zeit der Nelkenrevolution vergleichbar ist. Das Projekt begegnet dieser Herausforderung durch eine bedeutende Leerstelle an der Avenida da Boavista – Portos wichtigster moderner Achse – als Ort der Transformation und des Experimentierens. Es schlägt vor, dass die Form des Gebäudes die Form der Stadt prägt, insbesondere wenn sie den öffentlichen Raum gestaltet.
Durch die Verknüpfung von Maßstäben vom Wohnen bis zur Stadt sowie durch die Entwicklung neuer urbaner Strategien, Typologien und Formen untersucht das Studio, wie architektonische Form den städtischen Raum strukturiert. Das Projekt entwickelt sich vom städtebaulichen Konzept bis zum architektonischen Detail und integriert Typologie, Konstruktion und Material zu einem kohärenten Vorschlag, ausgehend von der Prämisse, dass architektonische Qualität gut gepflegte, demokratische städtische Räume fördert, die Menschen bewohnen möchten.
