262.051 Studio // 6.0 ECTS // WS 2020

'educational refuge'

Die Zukunft der universitären Bildung liegt seit jeher in der Projektionsfläche, mit welcher sie gesellschaftliche Ansprüche bündelt. Daran wird auch die Krise nichts ändern. Die Stärke der Universität als ‚sozialer Marktplatz‘ für Inhalte, Ideen und den analogen Diskurs ist ein idealer Nährboden für ein 'Biotop der Experimente'. Sie fungiert global, transdisziplinär, divers und digital.

Die Breitenakademisierung und ein kontinuierliches Wachstum der Studierendenzahlen machen einen Paradigmenwechsel notwendig. Eine Veränderung in der Art und Weise, wie wir über Größe, Form, Rolle und Verantwortung der Universität denken. Eine Veränderung der Grenzen der Fächer und Kompetenzen, die zunehmend verschwimmen durch transdisziplinäres Arbeiten. Eine Veränderung der rigide abgesteckten Bildungsterritorien, um die soziale Durchlässigkeit, die Bildungsmobilität zwischen den Generationen zu fördern.

Angesichts der Anforderungen an die längst notwendige Bildungsdemokratisierung und neue didaktischer Bildungsmodelle (zB. access for all / Bildung im Netz), stellt sich die Frage, ob die Universität als Top-Down-Organisation noch zeitgemäß ist. Ebenso wie der Anspruch, dass Universitäten wie Unternehmensriesen gedacht, budgetiert und gebaut werden müssen.

Universität muss Atmen!

Die aktuelle Gesundheitskrise zeigt unter anderem die räumlichen Defizite zahlreicher bestehender (Bildungs-)bauten auf. Ausgangspunkt für ein radikal neues bauliches Konzept ist daher der Gedanke eines offenen und vernetzten, inhärent flexiblen und funktionsübergreifenden Raumgerüsts. Ein bildungsstufenübergreifendes Gerüst, das - abseits von politischen Überlegungen – auch den Zugang für bildungsferne Schichten ermöglicht. Selbstverwaltet und kollektiv genutzt, um Schwellen zwischen Bildungsniveaus abzubauen. Eine Superstruktur, die einerseits offen genug ist, um Veränderungen zuzulassen und auf die sich schnell ändernden Bedürfnisse unserer Gesellschaft reagiert, gleichzeitig aber auch ausreichend determiniert, um eine optimale Nutzung zuzulassen.

Standort ist eine der (vor)letzten Brachen in der Stadt in NeuMarx, auf der Projektfläche des EuroPan 15-Wettbewerbs von 2019.
Zwischen Rennweg und Leberstraße sollen auf der rd. 1,3ha großen Grundfläche multifunktionale und veränderbare Säle und Seminarräume für unterschiedliche Bildungsbereiche, eine Mediathek, öffentlich nutzbare Freiflächen, Geschäfte, Küchen/Restaurants/Cafes, Einrichtungen zur Kinderbetreuung, Studierendenunterkünfte, Werkstätten und Flächen für Start-Ups räumlich und stadträumlich so vernetzt werden, dass auch ein neuer Diskurs über das Verhältnis von Stadt und Natur entstehen kann. Flankiert wird das Grundstück von der S-Bahn-Trasse und dem zugehörigen Stationsgebäude (St. Marx), was eine konstruktive Be- bzw Überbauung herausfordert.

Weiterführende Informationen, Termine und Anmeldung im TISS

lecturers:

LektorInnen
Thomas Ausweger, Petra Friedl, Adele Gindlstrasser, Ulrich Huhs, Patrick Krähenbühel, Siegfried Loos, Rita Pirpamer, Ulrike Pitro, Josef Saller, Ulrike Schartner, Norbert Steiner, Andreas Treusch, Susanne Zottl

HB2
Silke Fischer, San Hwan Lu, Michael Seidel, Matthäus Wasshuber

Tragwerk/Statik
Martin Haferl, Rene Oberhofer

Gastprofessorin
Hemma Fasch

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