walter ruprechter 'sutemi horiguchi' //

ein japanischer architekt als kultureller vermittler zwischen ost und west

Mit Sutemi Horiguchi (1895-1984) lässt man in Japan die Moderne in der Architektur beginnen (Terunobu Fujimori). 1920 gründete er mit Mamoru Yamada und anderen Architekten einen sezessionistischen Architektenbund in Tokyo nach dem Vorbild der Wiener Sezession, wobei Otto Wagner, Joseph Maria Olbrich und Josef Hoffmann Pate standen. Auf einer Europareise 1923, die ihn neben Wien, Darmstadt und Dessau auch nach Holland führte, eignete er sich die Prinzipien der europäischen Moderne an, die sein Schaffen fortan bestimmen sollten. Doch nach seiner Rückkehr nach Japan widmete er sich auch intensiven Studien der traditionellen japanischen Architektur, insbesondere dem Shoin- und Sukiya-Stil, also der Zeit der Teehaus-Kultur des 16. Und 17. Jahrhunderts. In seinen Bauten vor allem der 30er Jahre verband Horiguchi diese beiden Prinzipien in sehr eigenwilligen und überraschenden Lösungen. Dabei verfuhr er der damals geläufigen (auch von Bruno Taut vertretenen) Auffassung entsprechend, wonach japanische Tradition und europäische Moderne als besonders kompatibel angesehen wurden. Der Vortrag will an konkreten Beispielen diese Doppelcodierung von Horiguchis Architektur aufzeigen. Dabei wird es weniger um bautechnische Aspekte gehen, als vielmehr darum, Horiguchi als einen der originellsten Vermittler zwischen den Kulturen Japans und des Westens darzustellen.

dvd, deutsch

€ 15,-