253.G68 Studio // 6.0 ECTS // WS 2021

Der öffentliche Raum ist Grundvoraussetzung für die Vielfalt und Lebendigkeit der Stadt. Seine Nutzung ist multifunktional und immer an gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen gekoppelt. Dem Flächen- und Qualitätsverlust des öffentlichen Raums durch Zweckentfremdung und Kommerzialisierung muss entgegengewirkt werden. Mit der Bereitstellung eines architektonischen Rahmens für die Aneignung urbaner Flächen soll der immaterielle und kulturelle Wert der Stadtquartiere gesteigert und letztlich das ‚Recht auf Stadt‘ unterstützt werden.

Das von der westlichen Stadtgrenze bis zum Donaukanal verlaufende Wiental bildet mit dem Wienfluss einer der wichtigsten Freiraumreserven Wiens. Die Erreichbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit des Wienflusses und seiner Flussufer sind jedoch stark eingeschränkt. Eine Vernetzung des Flusses mit den dichten Stadtquartieren entlang des Wientals findet kaum statt, das Betreten des Flussbettes ist Großteiles verboten.

Der im Stadtgebiet verlaufende Teil der ‚Wien‘ soll daher als kulturelle und soziale Arterie behandelt werden. Entlang des rd. 13 km langen Flusslaufes sollen an mehreren neuralgischen Standorten architektonische Stents gesetzt werden, die das jeweilige Grätzel durch soziale und kulturelle Raum-Interventionen aufwerten. Unter Einbeziehung des derzeit betonierten Flussbettes soll ein vernetztes 3-dimensionales Raumkontinuum mit multifunktionalen und veränderbaren Räumlichkeiten für unterschiedliche Funktionen konzipiert werden. Grundsätzlich sollten an jedem Standort Veranstaltungsflächen für 300-500 Personen sowie ausreichende Flächen zur temporären Aneignung geplant werden. Mit einem geeigneten ökologischen Konzept soll eine Verbesserung des Mikroklimas angestrebt und eine hohe Nutzungsqualität erreicht werden. Eine ausreichende Versorgung mit Grün- und Außenflächen, soll in Verknüpfung mit dem Wienfluss und der Stadt zusätzliche Aneignungsräume bereitstellen.

 

Die gleichzeitige Erarbeitung der Aspekte der Architektur, der Statik und des Hochbaus innerhalb eines Architekturentwurfs von der typologischen Konzeption über die konstruktive Vertiefung bis zur Hochbau-Detailausarbeitung.
Anhand der Entwicklung von innovativen Strukturen, Konstruktions- und Detailentwürfen wird an der Lösung einer komplexen Bauaufgabe gearbeitet. Neben der Tragwerks- und Hochbaukonzeption sowie unter Rücksichtnahme auf die Aspekte Vorfertigung und Baubarbarkeit stehen eine schlüssige Energie- und Haustechnikkonzeption sowie ein kostenbewusstes - und ressourcenschonendes Planen im Vordergrund.

 

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