das kernteam der abteilung hochbau 2 verfügt über eine breit gefächerte kompetenz mit folgenden arbeitsschwerpunkten und forschungsbrereichen:

// industrielle bauweisen und leichtbauweisen im hochbau // werkstoffübergreifendes entwerfen von leichtbaustrukturen im hochbau // füge- und detaillierungsprinzipien von leichtbauwerkstoffen im bauwesen // entwicklung ressourcenschonender bauweisen // analyse des potentials kommender material- und fügetechnik // hochbautechnische lösungen im internationalen kontext // normen, regelwerke und zertifikate für nachhaltiges bauen // technologieentwicklung und kultureller kontext // kinematische konstruktionssysteme im hochbau // thermische gebäudesimulation // mehr- dimensionale wärmeleitung und wärmespeicherung // bauklimatologie // weltraumarchitektur und architektur in extreme environment // wissenstransfer (science) fiktion und hochbau // entwicklungsgebiete // digital architecture // film und architektur // evaluierung meilensteine der europäischen und außereuropäischen (nachkriegs-) moderne // holzbausysteme // nachhaltiges, einfaches bauen // minimierte wohnformen // sozialraumorientierung und soziokulturelle partizipation in architektur // sozialräumliche struktur vs. räumliche charakteristik //

Klaus Kreč

Die Effekte mehrdimensionaler Wärmeleitung werden in der Welt der PlanerInnen gerne unter dem Schlagwort "Wärmebrücken" subsummiert. Dort werden Wärmebrücken als thermische Schwachstellen der Gebäudehülle mit erhöhtem Wärmeabfluss und niedrigen inneren Oberflächentemperaturen gesehen.

Vom Blickwinkel der Physik aus stellt sich hingegen ein tiefer gehendes Problem. Die fast generell verwendete Beschreibung der Wärmeleitungs- und Wärmespeicherungseffekte in einem thermisch eindimensionalen Modell erweist sich als Instrument zur Erfassung des thermischen Verhaltens von Gebäuden als nur wenig geeignet Bereiche, in denen die Gebäudehülle zutreffend als aus plattenförmigen, homogen geschichteten Bauteilen beschrieben werden kann, sind eine seltene Ausnahme und nicht die Regel; in diesem Sinne hat die ganze Gebäudehülle die thermischen Eigenschaften einer Wärmebrücke.

Das entwickelte theoretische Konzept der thermischen Leitwerte erlaubt es, die Wärmeströme zwischen den Räumen eines Gebäudes und außen als thermisches Netzwerk darzustellen. Den Knoten dieses Netzwerks sind die Lufttemperaturen in den Innen- und Außenräumen zugeordnet. Die thermische Verbindung zwischen den Knoten wird durch thermische Leitwerte vollständig, d. h. unter Berücksichtigung aller dreidimensional ablaufenden Vorgänge, beschrieben.

Für den stationären, also zeitunabhängigen Fall wurde dieses Konzept erstmals im Buch "Wärmebrücken" [1] beschrieben. Aufgrund seiner sehr guten Praxistauglichkeit wurde dieses Konzept in die internationale Norm EN ISO 10211 [2] übernommen.

Das Leitwert-Konzept wurde in der Folge auf instationäre Prozesse erweitert [3, 4]. Dabei zeigte sich, dass im Fall periodisch eingeschwungener Zustände die abgeleiteten Beziehungen von der Form her unverändert übernommen werden können; im Nachhinein erwies sich der stationäre Fall als Sonderfall der allgemeineren, instationären Beschreibung. Die für die instationäre Betrachtung grundlegenden Ansätze wurden in die internationale Norm EN ISO 13786 [5] übernommen.

Die entwickelten theoretischen Konzepte wurden in instationär, zwei- und dreidimensional arbeitende Wärmebrückenprogramme umgesetzt. Das über zwei Jahrzehnte nutzbringend angewandte Wärmebrückenprogramm WAEBRU wurde mittlerweile durch das leistungsfähigere Programm antherm® ersetzt.

Literatur

[1] Heindl, W., Kreč, K., Panzhauser, E. & Sigmund, A., Wärmebrücken, Springer-Verlag, Wien - New York, ISBN 3-211-82024-8 (1987)
[2] EN ISO 10211:2008, Wärmebrücken im Hochbau - Wärmeströme und Oberflächentemperaturen - Detaillierte Berechnungen (2008)
[3]   Kreč, K., Zur Wärmespeicherung in Baukonstruktionen, Gesundheits-Ingenieur 114, Heft 1, 11-18 (1993)
[4] Kreč, K., Wärmeleitung in Baukonstruktionen unter Berücksichtigung von Wärmequellen, Gesundheits-Ingenieur 114, Heft 6, 313-318 (1993)
[5]

EN ISO 13786:2008, Wärmetechnisches Verhalten von Bauteilen - Dynamisch-thermische Kenngrößen - Berechnungsverfahren (2008)

Forschungsziel::

Entwicklung eines theoretischen Modells zur Beschreibung von mehrdimensional in der Gebäudehülle ablaufenden Wärmeleitungs- und Wärmespeicherungsvorgängen.